Start / Energielösungen / Energie sparen im Gewerbe
Die Energiekosten sind für viele Betriebe ein beträchtlicher Posten. Die Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch zu senken und erneuerbare Energien mit einzubinden. In der deutschen Industrie wurden 2021 rund 219 TWh Strom sowie circa 721 TWh Brennstoff- und Wärmeenergie eingesetzt. Das wirtschaftlich realisierbare Einsparpotenzial liegt bei rund 78 TWh Strom und 333 TWh Wärme pro Jahr – bei entsprechenden Investitionen (Meyer, Madsen, Saars 2023). Zunehmend wird dabei der Einsatz erneuerbarer und kohlenstoffarmer Gase wie Biogas, Biomethan oder Wasserstoff mitgedacht.
In den Sektoren Industrie sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD) wird in Deutschland sehr viel Energie verbraucht. Allein die Industrie steht für knapp 30 Prozent des gesamten deutschen Verbrauchs, wobei zwei Drittel davon auf die Erzeugung von Prozesswärme entfallen. Der Sektor GHD ist mit 15 Prozent am deutschen Gesamt-Energieverbrauch beteiligt. Gerade dieser Bereich ist sehr heterogen: Dazu gehören sowohl öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen als auch kleinere Betriebe wie Gaststätten, Bäckereien, Fleischereien oder Hotels.
Positive Effekte lassen sich mit modernen Gas-Technologien erzielen, die den Brennstoff effizienter einsetzen. Für gebäudebezogene Anwendungen wie Heizung und KWK können moderne gasbasierte Systeme zudem GmodG-konform (ehem. GEG) ausgelegt werden – siehe dazu Gebäudeenergiegesetz: Bedeutung für Gewerbebetriebe. Hemmnisse für die Nutzung sind vor allem, dass die Betriebe eher in ihr Kerngeschäft investieren als in die Energieeinsparung und sich Effizienzmaßnahmen sehr schnell amortisieren sollen. Um finanzielle Spielräume zu schaffen, bieten sich verschiedene Lösungsansätze an.
Mit einem Energiemanagementsystem beispielsweise nach DIN EN ISO 50001 können Unternehmen Effizienzpotenziale erkennen und heben. Diese können z.B. die Installation von LEDs, die Verbesserung des Wärmemanagements oder der Austausch alter Geräte gegen effiziente Querschnittstechnologien umfassen. Gerade in der Industrie lässt sich dadurch eine große Hebelwirkung erzielen.
Nachhaltige Energielösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Finanzierung dieser oft kapitalintensiven Anlagentechnik erfordert nicht unbedingt große Eigeninvestitionen. Contracting-Anbieter wie z.B. Energieversorger bieten häufig attraktive Modelle an. Sie übernehmen in diesem Fall die Installation der Anlagen und deren Wartung. Im Gegenzug zahlen die Nutzer eine Gebühr. Gerade im Zuge der Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG; ehemals GEG) und der kommunalen Wärmeplanung können Contracting-Modelle eine pragmatische Möglichkeit sein, energieeffiziente und erneuerbare Anlagentechnik wirtschaftlich zu realisieren und rechtssicher zu betreiben.
Auch ohne den Austausch der bestehenden Anlagentechnik können Gewerbebetriebe und Unternehmen durchaus zu mehr Energieeffizienz beitragen. Über eine Optimierung der Heizungsanlage z.B. durch den Einsatz einer hocheffizienten Heizungspumpe oder einen hydraulischen Abgleich können große Einsparpotenziale gehoben werden.
Das GModG (ehem. GEG) enthält auch Vorgaben zur Prüfung und Optimierung bestimmter Heizungsanlagen sowie zum hydraulischen Abgleich in größeren Gebäuden. Unabhängig von gesetzlichen Pflichten ist die Betriebsoptimierung häufig ein wirtschaftlicher erster Schritt, um Energieverbräuche zu senken und Anlagen effizienter zu betreiben.
Auch Klimaanlagen in Büros oder öffentlichen Gebäuden sind oft versteckte Energiefresser. Durch Betriebsoptimierungen und technische Verbesserungen lassen sich mit geringem Aufwand große Einsparungen erzielen. Die Optimierung der bestehenden Anlagentechnik wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert.
Auch mittels Wärmerückgewinnung z.B. mit der Nutzung von Abwärme lassen sich Effizienzpotenziale heben und insbesondere in der Prozesstechnik nennenswerte Enrgiekosten einsparen.
Der Staat fördert Effizienzmaßnahmen in Unternehmen und Gewerbebetrieben auf unterschiedliche Weise. Der BDEW und sein Marktpartnerverbund, die HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendungen e.V., stellen ein Tool (Fördermittelkompass) zur Verfügung, das gezielt bei der Suche nach passenden Fördermitteln unterstützt – für eigene Investitionen oder Projekte mit Kunden.
Um Energie und damit verbunden Energiekosten einzusparen, sollen Unternehmen und Betriebe entsprechende technische und organisatorische Energie-Einsparmaßnahmen umsetzen. Für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch bestehen hierzu zudem gesetzliche Pflichten, etwa nach dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) und dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G). Unterstützung bei der Planung und Umsetzung bieten regionale Effizienz-Netzwerke. Hier können sich die Teilnehmer über geplante Maßnahmen und ihre Erfahrungen austauschen.
Alles über Energiemanagementsysteme (EnMS) und deren Nutzen für Gewerbe
Alles zu staatlichen Förderungmöglichkeiten für energieeffiziente Nichtwohngebäude
Für Ihre allgemeine Kontaktanfrage füllen Sie bitte das nachstehende Formular aus. Wir werden uns anschließend mit Ihnen in Verbindung setzen. Ihre Anfrage wird selbstverständlich vertraulich behandelt.